Trokarsets in der Laparoskopischen Chirurgie – Typen, Komponenten und bewährte Verfahren

Die laparoskopische Chirurgie ist seit über 30 Jahren ein etabliertes Verfahren der modernen minimalinvasiven Chirurgie.1 Alle minimalinvasiven Eingriffe in der Bauchhöhle haben eines gemeinsam: die Verwendung von Trokaren. Trokare ermöglichen den sicheren Zugang zur Abdominalhöhle und dienen als präzise Führung für Optiken und Instrumente. Die Verwendung von Trokaren ist in chirurgischen, gynäkologischen und urologischen Operationssälen inzwischen alltäglich und gehören zu den Standardinstrumenten in der minimalinvasiven Chirurgie.2
Im Wesentlichen bezieht sich ein 'Trokarset' auf den spezifischen Satz einzelner Trokare und die dazugehörigen Komponenten, während 'Trokarsysteme' das breitere Spektrum von Instrumenten und Technologien umfassen, die für den Zugang in der minimalinvasiven Chirurgie verwendet werden, einschließlich mehrerer Arten von Trokaren, Trokarhülsen und ergänzende Instrumente. Es gibt eine Vielzahl von Trokargrößen, sowohl in Bezug auf die Länge als auch auf den Durchmesser, und eine Vielzahl von Designs. Die Wahl der Trokare hängt im Allgemeinen von dem durchzuführenden chirurgischen Verfahren, der Präferenz des Chirurgen, der Verfügbarkeit in der Einrichtung und der spezifischen Erfahrung ab.
Ein vollständiges Trokarset besteht in der Regel aus:
Das Ziel jedes Trokars ist ein sicherer Zugang zum Operationsfeld bei gleichzeitig stabilem Pneumoperitoneum. Idealerweise sollte ein Trokar, unabhängig von seinem Typ, einen effizienten Zugang ermöglichen und gleichzeitig Komplikationen wie Hernien, Blutungen und Schäden an den umliegenden Strukturen minimieren.3
In der klassischen Laparoskopie wie auch in der robotischen Chirurgie spielt die korrekte Platzierung der Trokare eine entscheidende Rolle. Im Allgemeinen liegt der optimale Abstand zwischen den einzelnen Trokaren zwischen 6 und 8 cm, was die Ergonomie verbessert und das Risiko eines Zusammenstoßes von Armen oder Instrumenten verringert. Dieser Abstand wird häufig anhand der horizontalen Breite der Hand des Chirurgen geschätzt.3
Die Entscheidung für Mehrwegtrokare im Vergleich zu Einwegtrokaren wird häufig aus Kostengründen getroffen. Die Kosten für die Reinigung und Wiederverwendung von Mehrwegtrokaren müssen gegen die Kosten für den Kauf von Einwegtrokaren abgewogen werden.4
Viele Chirurgen bevorzugen stumpfe, dilatierende Trokare gegenüber schneidenden Gegenstücken. Der Vorteil stumpfer Trokare besteht darin, dass sie einen kleineren Fasziendefekt verursachen, was in einigen Fällen die Notwendigkeit einer Naht und das Risiko von Trokarhernien verringern kann. Stumpfe Trokare können zudem zu weniger zugangsbedingten Blutungen führen, da sie Gefäße und Muskulatur zur Seite verdrängen, anstatt sie zu durchtrennen.5
Im Gegensatz dazu bieten schneidende Trokare einen schnelleren intraperitonealen Zugang, allerdings oft auf Kosten der Sicherheit, insbesondere bei Patienten mit einer Vorgeschichte von abdominalen Operationen. Die meisten schneidenden Trokare verfügen über eine Sicherheitsspitze, die die schneidende Spitze bedeckt und sich bei Überwindung eines Widerstands entfaltet, ähnlich dem Design der Veress-Kanüle. Trokare mit diesem Merkmal werden als Sicherheitstrokare bezeichnet.6
Neben stumpfen und schneidenden Trokaren sind auch Ballontrokare und Trokare mit Ankerballon im Einsatz, um den Zugang zur Bauchhöhle zu stabilisieren und Leckagen zu vermeiden. Ballontrokare werden häufig in der Hernienchirurgie eingesetzt und unterscheiden sich funktional von Trokaren mit abdichtendem Ballonmechanismus, der eine sichere Abdichtung in der Bauchdecke schafft, um das Pneumoperitoneum aufrechtzuerhalten und Leckagen während der Operation zu verhindern. Jeder Typ dient einem bestimmten Zweck, der auf die Anforderungen verschiedener chirurgischer Kontexte zugeschnitten ist.
Die Wahl der Trokarsets ist entscheidend für den Erfolg minimalinvasiver Eingriffe. Das Verständnis der Unterschiede zwischen den Trokartypen und ihren spezifischen Verwendungszwecken stellt sicher, dass Chirurgen Operationen sicher und effizient durchführen können, um das Risiko von Komplikationen zu verringern und gleichzeitig die Behandlungsergebnisse zu optimieren.3
Studien:
1Darwish A. (2011). Advanced Gynecologic Endoscopy. InTech, www.intechopen.com.
2Peitgen K. (2008). Trokare in der minimal-invasiven Chirurgie: Anwendung, Sicherheit und Komplikationen. CHAZ (Chirurgische Allgemeine Zeitung), 9.
3Gaunay G. S., et al. (2016). Trocars: Site Selection, Instrumentation, and Overcoming Complications. Journal of Endourology, 30 (8): 833-843.
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