Regionalanästhesie - Überblick, Vorteile, Arten & Mehr

Unter Regionalanästhesie versteht man die Infiltration eines Lokalanästhetikums um einen oder mehrere Nerven herum, um einen vorübergehenden Gefühlsverlust in einer Körperregion zu bewirken. Fast alle Verfahren können auch als kontinuierliche Verfahren für die Zeit vor (präoperativ), während (intraoperativ) und nach (postoperativ) der Operation eingesetzt werden.1
Diese Technik wurde mit positiven Ergebnissen bei Patienten in Verbindung gebracht, die sich verschiedenen chirurgischen Eingriffen unterzogen haben. Im Vergleich zur Vollnarkose wurden vorteilhafte Auswirkungen auf postoperative respiratorische und kardiovaskuläre Endpunkte, die Zeit bis zur Gehfähigkeit und Krankenhausentlassung sowie die postoperative Analgesie nachgewiesen.2
Die Regionalanästhesie kann unterteilt werden in:
Unter neuraxialer Anästhesie versteht man die Verabreichung von Lokalanästhetika in oder um das zentrale Nervensystem, einschließlich Gehirn und Rückenmark.
Bei der Spinalanästhesie, auch als Spinalblockade bezeichnet, wird ein Lokalanästhetikum in den Subarachnoidalraum injiziert. Dies führt zu einer sensomotorischen Blockade der unteren Körperhälfte. Sie wird daher bei Operationen in der unteren Körperhälfte, einschließlich Kaiserschnitt, eingesetzt.1
Bei der Epiduralanästhesie wird ein Lokalanästhetikum in den Extraduralraum injiziert.3 Sie kann für Eingriffe vom Interpleuralraum bis zu den unteren Extremitäten eingesetzt werden.4
Bei der kombinierten Spinal-Epidural-Anästhesie werden, wie der Name schon sagt, Spinal- und Epiduralanästhesie kombiniert, indem zunächst Lokalanästhetika in den Subarachnoidalraum injiziert werden, gefolgt von der Platzierung eines Epiduralkatheters und der anschließenden Epiduralinjektion.4
Das Prinzip der peripheren Regionalanästhesie besteht darin, nur die Nervenstränge auszuschalten, die für die Anästhesie des Eingriffs direkt betäubt werden müssen.1 Die Injektion eines Lokalanästhetikums um den Nerv herum hemmt die Wirkung spannungsabhängiger Natriumkanäle, wodurch die Neurotransmission von Schmerzimpulsen gehemmt und eine motorische Unbeweglichkeit erreicht wird.5 Die Nerven werden durch elektrische Stimulation, Ultraschall oder eine Kombination aus beiden Techniken lokalisiert. Die periphere Anästhesie ist besonders bei Eingriffen an den Extremitäten nützlich.1
Bei der Lokal- und Infiltrationsanästhesie werden große Mengen eines Lokalanästhetikums in das Behandlungsfeld verabreicht. Sie wird seit mehreren Jahrzehnten aufgrund ihrer einfachen Handhabung und Wirksamkeit eingesetzt.4
Die Regionalanästhesie kann bei einer Vielzahl von chirurgischen Eingriffen eingesetzt werden, z. B. bei:
Keine Technik ist ohne Risiken, und die Regionalanästhesie bildet keine Ausnahme. Die Sicherheit - Vermeidung von Komplikationen - bei der Regionalanästhesie hängt jedoch von der Zusammenarbeit zwischen Anästhesisten, anderen medizinischen Fachkräften und verantwortlichen Führungspersonen ab.2
Die Regionalanästhesie ist eine effektive Methode zur Schmerzbehandlung vor, während und nach chirurgischen Eingriffen.2 Ob neuraxiale-, periphere-, lokale- oder Infiltrationsanästhesie, die Vorteile dieser Technik machen sie zu einem unverzichtbaren Instrument bei modernen medizinischen Verfahren.
Studien:
1Kill C., Wulf H. (2009). Lokal- und Regionalanästhesieverfahren Prinzipien und Techniken. Chirurg, 80 (8): 745-749.
2Finucane B. T., Tsui B. C. H., et al. (2017). Complications of Regional Anesthesia- Principles of Safe Practice in Local and Regional Anesthesia. Springer International Publishing AG, 3.
3Jankovic D. (2008). Regionalblockaden & Infiltrationstherapie- Lehrbuch und Atlas. ABW Wissenschaftsverlag GmbH, 4.
4Hadzic A. (2017). Hadzic´s textbook of Regional Anesthesia and Acute Pain Management. McGraw-Hill Education, 2.
5Héroux J., Bessette P.-O., et al. (2023). Functional recovery with peripheral nerve block versus general anesthesia for upper limb surgery: a systematic review. BMC Anesthesiology, 23 (91).
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